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Das Riechen

Der Geruchssinn der Tiere unterscheidet sich wesentlich von dem der Menschen. Beim Menschen hat das Riechepithel eine Fläche von etwa 5 cm² mit etwa 30 Millionen Rezeptoren, bei einem Schäferhund hat das Riechepithel eine Fläche von etwa 150 cm² mit etwa 220 Millionen Rezeptoren.
Für die meisten Geruchsstoffe liegt die Reizschwelle bei den Tieren so niedrig, dass schon geringste Konzentrationen wahrgenommen werden können. An der Oberfläche der Dendriten der Riechzellen befinden sich Rezeptoren an denen die Duftstoffe anbinden. Diese Rezeptoren sind zell - und duftstoffspezifisch, so dass eine große Anzahl von Duftstoffen differenziert werden kann.
Durch die Bindung der Duftmoleküle an die Rezeptoren wird eine Welle von Reaktionen in der Riechzelle ausgelöst, die zur Öffnung von Ionenkanälen in der Zellmembran führen. Dadurch findet eine starke Reizpotenzierung statt, so dass nur wenige Duftmoleküle ausreichen, um einen Geruchsreiz zu bewirken. Somit ist der Geruchssinn ein "Fernsinn", der sehr sensibel auf geringe Konzentration der Duftstoffe reagiert.
Ein typisches Beispiel: Max und Rocky riechen "Mädchenpippi", möglichst noch von einer läufigen Hündin. Dann zittern die Ohren (kann man bei Max' Stehohren super sehen), die Lefzen zittern und der Sabber läuft......
Im Sozialverhalten der Tiere spielen die Duftstoffe eine bedeutende Rolle, z.B. zur Abgrenzung des Homerange, bei der Partnersuche oder Partnerwahl, der Auswahl der Nahrung und auch bei der Kontrolle der Nahrung.
Gerüche können auch bei den Hunden starke Emotionen wachrufen an Situationen, in denen sie bereits wahrgenommen wurden. So können sie auch nachweislich Reaktionen am Hormonsystem auslösen - hier sind besonders die Pherome hervor zu heben.
Das Wissen um den sehr gut ausgeprägten Geruchssinn der Tiere ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine optimale Anwendung der ätherischen Öle bei Hunden.

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