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Sonne und Lupus - na und !

Es ist ein wunderschöner Frühsommertag mit einem wolkenlosen, blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein. Mein Lupus mag dieses Wetter überhaupt nicht und erinnert mich mit Gelenkschwellungen und Hautrötungen, dass er noch am Leben ist.

Ich liebe die Sonne und genieße das Licht und die Wärme, auch wenn ich aufpassen muss, dass meine Haut nicht gar soviel davon zu sehen bekommt.

Habe ich nicht aufgepasst, zum Beispiel beim mal eben kurz mit der Nachbarin ein Schwätzchen halten, ist mein Gesicht innerhalb kürzester Zeit rot und auch das wundervolle Schmetterlingserythem lässt da nicht lange auf sich warten.

 

Ab Ende April habe ich immer einen ausreichenden Vorrat an:

Rosenhydrolat

Lavendelhydrolat

Orangenblütenhydrolat

Sanddornfruchtfleischöl

Natürlich gibt es die genannten Hydrolate und auch das Sanddornfruchtfleischöl von anderen Firmen, da muss einfach die eigene Nase entscheiden. Für mich ist es so optimal, da ich das Sanddornfruchtfleischöl auch als Lebensmittel verwende.

 

Rosenhydrolat wird mittels Wasserdestillation aus den frischen Blüten der Rosa damascena, Rosa centifolia oder der Rosa gallica gewonnen.

Durch das, bei der Destillation enstehende, Phenylethanol erhält das Rosenhydrolat seinen rosigen, blumigen Duft und seine leicht schmerzstillende Wirkung.

Rosenhydrolat beruhigt gereizte, juckende, irritierte Haut, kühlt überhitzte Haut - diesen Effekt kann man verstärken, wenn man Rosenwasser-Eiswürfel herstellt und diese verwendet.

 

Lavendelhydrolat wird mittels Wasserdampfdestillation aus den angetrockneten oder getrockneten blühenden Rispen, dem blühenden Kraut oder nur aus den Blüten des Lavandula officinalis gewonnen. Die Destillation nur aus den Blüten ergibt einen wunderschönen Lavendelduft und eine erstklassige Qualität.

Auch das Lavendelhydrolat lindert Juckreiz, wirkt entzündungshemmend und wundheilend. Ich verwende das Lavendelhydrolat anstelle des Rosenhydrolats am Abend, wenn ich zur Ruhe kommen will oder der Lupus in meinem Gesicht seine Schmetterlingsspuren hinterlassen hat. Dann bin ich meistens so genervt, dass mir das Lavendelhydrolat die nötige Entspannung schenkt.

 

Orangenblütenhydrolat wird aus den frischen Blüten des Bitterorangenbaums - Citrus aurantium var. amara - destilliert. Das Sammeln der winzigen Blüten ist sehr mühsam und so ist es nicht verwunderlich, dass ein gutes Orangenblüten - oder Nerolihydrolat seinen Preis hat.

Der Duft ist einfach verzaubernd, süß, frisch, blumig.

Dieses Hydrolat ist nicht nur gut für unsere Seele sondern auch "Seelenfutter" (Susanne Fischer-Rizzi) für unsere Haut. Auf trockene, gereizte Haut wirkt es beruhigend, reife und anspruchsvolle Haut nährt es.

Für mich gehört es nicht nur an Sonnentagen zu meiner täglichen Hautpflege.

 

Sanddornfruchtfleischöl wird mittels Kaltpressung aus den Beeren (botanisch eigentlich Nüsse) des Hippophae rhamnoides gewonnen. Es gibt außer dem Fruchtfleischöl auch noch ein Sanddorn-Kernöl, welches sich aber sich aber vom Fruchtfleischöl in der Zusammensetzung unterscheidet. Steht nur "Sanddornöl" auf der Flasche, ist es eine Mischung aus beiden Ölen.

Ein hoher Gehalt an Palmitoleinsäure - einfach ungesättigte Fettsäure, die fast nur in tierischen Fetten vorkommt - wirkt regenerationsfördernd bei sehr trockener und reifer Haut.

Zusätzlich enthält das Fruchtfleischöl einen hohen Anteil Tocopherol (Vitamin E) und Carotonoide.

Tocopherol ist ein Antioxidans und wirkt zellregenerierend. Die Carotinoide sind verantwortlich für die rötliche Farbe. Beide zusammen schützen die Haut vor Umwelteinflüssen, helfen bei der Vor - und Nachsorge einer Strahlen-Krebs-Therapie, bei Verbrennungen und schlecht heilenden Wunden. Beide verhindern die Zerstörung der Zellwände durch Freie Radikale.

Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe)  machen die Freien Radikalen im Zusammenspiel mit den Beiden unschädlich und stärken das Immunsystem.

Sanddornfruchtfleischöl kann auch innerlich eingenommen werden, z. B. in Joghurt oder auch in Saft und stärkt so das Immunsystem von innen.

Nachteil des Öls ist seine eingeschränkte Haltbarkeit.

 

Nach einem solchen "Mißgeschick" besprühe ich mein Gesicht mit Rosenhydrolat, nehme etwa 2 Eßlöffel Quark, gebe 1 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl dazu und verrühre es gleichmäßig mit dem Quark. Diese Mischung trage ich auf das Gesicht auf und lasse sie gut 15 Minuten einwirken. Der Quark wird fest und bröselig, aber meine Haut ist schön gekühlt und entspannt.

Ich entferne die Reste mit kaltem Wasser und sprühe zum Abschluß Orangenblütenhydrolat auf die Haut.

 

So kann ich die Sonne genießen und gute Laune tanken, auch wenn ich mal alle Vorsichtsmaßnahmen vergessen habe.

Man muss aber keinen Lupus haben, um sonnenverwöhnte Haut auf diese Weise zu pflegen. Bei einem ausgewachsenen Sonnenbrand mit Bläschenbildung ist diese Methode nicht zu empfehlen - hier geht es nur um leichte Hautrötungen ohne Schädigungen der Haut !

 

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