Iris - ein kostbares, wundervolles ätherisches Öl

Da stand sie plötzlich, versteckt hinter hohem Gras und von mir auch nur entdeckt, da Zwergenkind inmitten des Grases ausgiebig schnupperte. Die blaue Blüte reckte sich zum Himmel und war ein deutlicher Farbtupfer unmitten der vielen Grüntöne. Wie lange die Schwertlilie dort wohl schon wächst? Ich habe sie noch nicht gesehen, obwohl ich seit Jahren diesen Weg mit unseren Hunden gehe. Sie steht mit ihren Füßen in einem kleinen Graben, der kaum Wasser führt, eher nur feucht ist. Hinter ihr wachsen ausufernde Hunds-Rosenbüsche und spenden der Blüte ein wenig Schatten. Ein traumhaftes Farbenspiel - die blaue Iris und die zartrosa Rose.

 

Diese wunderschöne Blume hat ihren Namen von Iris, der griechischen Göttin des Regenbogens. 

Sie vor allem als Dienerin der Hera bekannt, wohnt auf dem Olymp und steigt auf einem Regenbogen zur Erde hinab, um den Menschen Botschaften von Hera und anderen Göttern zu überbringen. Homer erwähnt sie als Götterbotin mehrfach in der Ilias. Erschien ein Regenbogen, so war dies in der altgriechischen Welt ein Zeichen, dass Iris den Menschen eine Botschaft der Götter überbracht hat.
Iris eilte von einem Ende der Welt zum anderen, sie hatte freien Zugang zum Reich der Götter, der Menschen, den Wassergöttern und Nixen und auch zu Hades, dem Herrn der Unterwelt. Man sagt von ihr, sie käme bis an die Grenzen der Welt, dort wo der Regenbogen beginnt, aus diesem Grund werden die Farben des Regenbogens auch "Farben der Iris" genannt.

 

Der schwedische Naturforscher und Begründer der naturkundlichen Systematik, Carl von Linné, gab der Pflanze den botanischen Gattungsnamen "Iris", abgeleitet von ihrem Farbenspiel. Sie gehört zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae) und wird manchmal im Volksmund auch Himmelsblüh genannt. Man findet auch die lateinischen Bezeichnungen Iris germanica oder Iris germanica var. florentina. Ursprünglich ist die Iris im Orient beheimatet und wurde von den Kreuzrittern nach Europa gebracht; heute wird sie hauptsächlich in Italien, Südfrankreich, Russland und Marokko zur Ölgewinnung angebaut, wild wächst sie in ganz Europa.

 

Um das ätherische Öl der Iris zu bekommen, braucht man sehr viel Geduld, denn die Destillation erfolgt aus den getrockneten und geschälten Wurzeln (Rhizomen). Man nimmt die Rhizome etwa im dritten Jahr aus der Erde, schält sie sehr vorsichtig und trocknet sie drei bis sechs Jahre.  Danach wird das getrocknete Pflanzenmaterial destilliert. Die Ausbeute ist sehr gering und liegt bei 0,01 %. Diese niedrige Ausbeute, die aufwendige Pflege und die lange Lagerung zur Trocknung machen das Irisöl zu einem teuersten und kostbarsten ätherischen Öle der Welt. Leider wird es oft verfälscht und sollte aus diesem Grund nur bei seriösen Anbietern erworben werden.

Neumond, Primavera und Farfalla haben ein 1% Irisöl (in Weingeist verdünnt) in ihrem Sortiment und so ist das kostbare Öl zu einem verhältnismäßig erschwinglichen Preis zu haben und für unsere Nasen gleich annehmbar verdünnt.

 

Die noch frischen Rhizome riechen sehr unangenehm, erst mit zunehmender Trocknung entwickelt sich ein zarter, weicher Veilchenduft. Daher kommt auch der Name "Veilchenwurzel", das Pulver kauft man auch heute noch in der Apotheke, z.B. als Fixateur für Potpourris oder in kleinen Stücken als Hilfe für zahnende Kinder.

Das ätherische Öl hat einen unvergleichlichen, intensiven, pudrig-blumigen, weichen Duft, der die Seele berührt. Je höher das Öl verdünnt ist, desto feiner wird sein Duft.

 

Das ätherische Öl enthält hauptsächlich Sesquiterpenketone (55-75%, alpha-Irone und gamma-Irone, sowie ca. 6% Ester (Methyl- & Ethyl- Myristate).

Die körperlichen Wirkungen (schleimlösend, auswurffördernd, hautregenerierend und hautpflegend, fördert die Narbenbildung) sind auf Grund des hohen Preises von preisgünstigeren Alternativen ersetzbar. Die psychischen Wirkungen (stabilisierend, ausgleichend, Kraft spendend, Schutzöl) sind ein wundervolles Einsatzgebiet.

 

Hunden, die massive seelische Traumata hinter sich haben und nicht in sich ruhen, kann Irisöl ihre innere Stärke zurückgeben. Den Weg über die Regenbogenbrücke für die Zwei - und Vierbeiner erleichtern. Für die Hunde sollte eine Mischung mit Irisöl (1%) nicht höher als 0,3% gemischt werden.

Eine schöne Mischung zur Regenbogenbrückenüberquerung ist:

1 Tropf. Iris 1%

1 Tropf. Rose bulg. 10%

1 Tropf. Atlaszeder

in 100 ml Rosenhydrolat als Raum- oder Kissenspray.

 

 

Hermann Hesse ein (Erwachsenen-)Märchen über die Iris geschrieben. Hier kann man es sich anhören.

 

 

als Buch gibt es das Märchen mit wunderschönen Zeichnungen von Peter Dorn hier.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0