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Die Qual der Wahl - Auf der Suche nach MEINER Ernährungsform

 

Der Blick auf die Waage ließ mich ganz tief Luft holen - es war eindeutig zu viel, was ich da an Gewicht angezeigt bekam. Natürlich sah ich jeden Morgen im Spiegel, dass ich zugenommen hatte, aber wieviele Kilo ich täglich mit mir rumschleppte, wollte ich bis zu diesem Morgen gar nicht wirklich wissen.

Sicher hatte meine Medikation etwas dazu beigetragen, aber Schuld an diesem Desater war ganz allein meine Wenigkeit. Hier mal ein Latte macchiato, da mal ein Schokoriegel, essen rund um die Uhr und ohne Plan, dass ich mich fast ausschließlich vegetarisch ernährte, war dabei eher nebensächlich.

 

So nutzte ich ein Wochenende, um mich im Internet durch einen Wust an Information zu kämpfen, ohne so richtig zu wissen, nach was ich suchte. Diäten gab es zu Hauf, Ernährungsformen, die sich mir nicht erschlossen, auch. Irgendwann war ich beim Intervallfasten angelangt. Mir fiel auf, dass das Intervallfasten den Mahlzeitenrhythmus meiner Kindheit widerspiegelte : Frühstück vor der Schule, Mittag nach der Schule, Abendessen gegen 18:00 Uhr und nur am Sonntag gab es Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Ich beschäftigte mich intensiver mit dem Thema, merkte jedoch schnell, dass mir der Begriff "Fasten" überhaupt nicht zusagte. Abnehmen sollte nicht verzichten bedeuten und für mich ist das Wort "Fasten" ganz klar mit Verzicht verknüpft.

Dann stieß ich beim Surfen im Internet auf das Buch "Esspausen" . Der Name der Autorin kam mir sehr bekannt vor und ich stellte fest, dass es sich tatsächlich um meine Lieblingshandarbeitsgeschäftsinhaberin handelte, die vor vielen Jahren einen neuen Weg gegangen ist und nun als Heilpraktikerin in meinem Heimatort eine Praxis hat.

Das Wort "Esspausen" fand ich genial - Pausen sind etwas Gutes und nötig und so ging ich am nächsten Tag in unseren Buchladen und kaufte mir das Buch.

 

Elke Schulenburg beschreibt in ihrem Buch alle möglichen Variationen von Esspausen, erklärt die Vorteile und läßt auch Hinweise zur Eignung für bestimmte Personenkreise wie zum Beispiel chronisch Kranke, Schwangere und Kinder nicht fehlen. Dazu gibt es ein paar Rezepte, die liebevoll präsentiert werden - typisch Freya Verlag eben. 

Für mich war dieses Buch ein echter Glücksgriff und ich bin froh, dass es mir über den Weg gelaufen ist. Es ist ein gutes Buch, um in die Materie zu schnuppern, wer es intensiver und wissenschaftlicher haben möchte, kann, wie ich, auf das Buch "Besser als jede Diät" (als e-pub gibt das Buch bei jedem anderen Anbieter wie Weltbild, Thalia etc.) zurückgreifen. Leider ist es nur noch als ebook erhältlich, aber laut  Freya Verlag gibt es das Buch ab Oktober wieder als gebundenes Buch. 

 

Ein paar Fragen, die sich beim Lesen auftaten, wurden von der Autorin per Mail sehr fix und ausführlich beantwortet und so startete ich Ende April mit dem Abenteuer Ernährungsumstellung.  Da ich regelmäßig Medikamente nehmen muss und unter die Kategorie "chronisch krank" falle, kamen für mich nur die täglichen Esspausen in Betracht.

Den Anfang machte das Einhalten der langen Pause über Nacht. Eine Pause von 14 Stunden wären überhaupt kein Problem, dachte ich jedenfalls, aber das bedeutete auf das abendliche Schnökern vor der Glotze zu verzichten.  Nach einer Woche hatte ich meinen inneren Schweinehund besiegt und konnte gut ohne Schnökereien am Abend leben, da ich mich beim Abendessen satt gegessen hatte.

 

Als nächstes sollten die 4 Stunden Pausen zwischen den Mahlzeiten am Tag folgen. Ich hatte gelernt, dass ein Latte macchiato ebenso ein Mahlzeit war, wie ein Smoothie. Mein "Frühstück" bestand schon seit langer Zeit aus einem Smoothie mit Obst, Saft/Wasser/Milch, Leinöl, Kurkuma und Haferkleieflocken. Ob mich dies so satt machen würde, dass ich auf der Arbeit, vorallem in stressigen Zeiten, ohne Süßigkeiten durchhalten würde? Nach 2 Tagen war klar, dass der Smoothie keinesfalls reichte und ich versuchte verschiedene Varianten - Joghurt mit Honig, Haferflocken mit Milch, Knäckebrot mit Erdnussbutter, Porridge mit Rosinen. 

So gesättigt, hielt ich nach 3 Wochen ohne zusätzliches Essen oder meinen heißgeliebten Latte bis zum Feierabend durch. Ich schaffte eine 7 Stunden-Pause und war richtig stolz. In der Zwischenzeit brauche ich nicht immer zum Frühstück mehr als meinen Smoothie und kann es mir leisten eine Bananenmilch mit zur Arbeit zu nehmen und mit meinen Kolleginnen zusammen einen Latte zu genießen, denn ich bin satt.  Die Pause beträgt trotzdem mindestens 4 Stunden.

 

Ich habe bis jetzt 10 Kilo abgenommen, ohne das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten zu müssen. Ich esse oft nur 2 mal am Tag, nicht weil ich besonders darauf achte, sondern weil es sich einfach so ergibt. Ich esse mich zu den Mahlzeiten satt, habe keinen Heißhunger mehr auf Süßes und muss nicht mehr riesige Mengen verputzen, damit ich das Gefühl habe, satt zu sein.

Die Bücher von Frau Schulenburg sind naturheilkundlich geprägt, man muss sich aber nicht unbedingt an ihre Rezepte halten, wenn sie einem nicht zusagen.  Eine wertvolle Anregung sind sie in jedem Fall.

Ich habe nicht viel an den Lebensmitteln geändert, die ich esse, da ich keinen weißen Zucker verwende, kein Weißmehl und mich zu 99% vegetarisch und möglichst bio ernähre.

Ich habe mir noch ein drittes Buch von der Autorin gekauft "Brot, Brötchen und mehr", voller glutenfreier Rezepte. Es gibt tolle Rezepte, ich liebe die "Kokos-Minis" und "Theos Bananenbrot". Für Menschen, die sich glutenfrei ernähren wollen oder müssen, ist das Buch wirklich lesenswert. Die angegebenen Mehle sind im Bioladen oder gut sortierten Lebensmittelhandel zu bekommen und die Rezepte sind einfach nachzumachen. Da ich mich im Moment nicht ausschließlich glutenfrei ernähren möchte, backe ich die Rezepte nach Lust und Laune nach. Natürlich ist mir bewusst, dass es bei einem Systemischen Lupus ratsam wäre, glutenfrei zu leben, da Gluten und die Weizenproteingruppe ATI (Amylase -Trypsin-Inhibitoren) bei Autoimmunerkrankungen eher schädlich, wenn nicht sogar mit auslösend sind. Elke Schulenburg hat zum Thema Gluten ein Buch geschrieben, welches ich noch nicht gelesen habe und daher kann ich dazu nichts schreiben, aber es steht auf meiner To-Do-Liste.

Ich bin ausgesprochen bequem und habe einige Rezepte mit Fertigmehlmischungen vom Bauck-Hof nachgebacken. Sie sehen dann nicht genauso aus, wie im Buch, schmecken aber trotzdem.

Mein Sonntagslieblingsfrühstück sind Bananenpfannkuchen - nur Bananen und Ei und ein wenig Quark. Das Rezept ist aus "Esspausen" und ausgesprochen lecker.

 

Ich bin zufrieden, dass ich meine Ernährungsumstellung gemeistert habe und werde dabei bleiben, denn ich fühle mich wohl damit. Ein paar Kilo sollen noch purzeln, mal schauen, ob ich im nächsten Jahr um diese Zeit mein "Traumgewicht" geschafft habe. Sollte das nicht der Fall sein, macht es aber nichts, die Esspausen bleiben. Heute ist das Essen im Rhythmus meiner Kindheit so selbstverständlich, dass ich nicht verstehen kann, dass ich nicht viel eher zurück in den gewohnten Mahlzeitenablauf gefunden habe. Sicher ist es im 3 - Schicht - System nicht so einfach, aber ich denke, mit einem Tagebuch über ein paar Wochen, kann man seinen Rhythmus finden.

Sonntags oder wenn ein Treffen mit Freunden oder etwas ähnliches anliegt, nehme ich es auch schon mal nicht minutengenau mit den Pausen, passe an den folgenden Tagen dafür umso mehr auf.

 

Die Bücher sind mit einem großen Onlinebuchhandel verlinkt, da es dort die ausführlichsten Besprechungen und Kommentare gibt. Die Bücher sind in jedem Buchhandel oder anderen Onlineverlagen erhältlich.

Hier geht es zum Blog der Autorin.

 

Ich hoffe, der der Eine oder Andere findet eine Anregung.

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