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Frisch verliebt in einen Drachenkopf

 

Am 18.5. fand in Salzburg das Drei-Länder-Symposium statt. Neben tollen und interessanten Vorträgen und der Begegnung mit alten Bekannten, die ich eine gefühlte Ewigkeit nicht gesehen hatte, konnte ich auch meine Nase immer wieder in Fläschchen, Tiegel oder Kissen mit duftenden Kostbarkeiten stecken.

Meine Nase hatte viel zu tun - neben lecker riechender Kakaobutter und einem tollen Kokosöl von Sensoleo, Hanfhydrolat und Heublumenhydrolat von Jophiel habe ich mich durch die Stände der Aussteller geschnuft.

 

Am Stand von WADI roch ich an einem neuen Duft vom Perückenstrauch - meine Nase fand es holzig und pfefferig und sehr interessant. Als nächstes hielt ich mir ein anderes neues ätherisches Öl vor die Nase und fand den Duft einfach übermächtig, viel zu intensiv, beinahe erschlagend. Es war das ätherische Öl des moldawischen Drachenkopfs (Dracocephalum moldavica).  Nach einer Weile habe ich noch ein zweites Mal am Duftstreifen geschnuppert  und war hin und weg. Dieser übermächtige, erste Eindruck hatte sich in einen leicht zitronigen, warmen Duft mit einem herben, heuähnlichen Hauch verwandelt (Eindruck meiner Nase - da wird es jedem anders gehen). Man nennt den Drachenkopf auch moldawische Melisse und der typische Melissenduft ist unterschwellig gut zu erkennen. Nach der nächsten Pause war ein neuer Duftschatz in meinem Besitz.

 

Der moldawische Drachenkopf (Dracocephalum moldavica) ist eine einjährige Pflanze und gehört zu den Lippenblütlern (Lamiacae).  Sie hat ursprünglich blauviolette, kelchförmige Blüten, bei Rühlemann gibt es aber auch Saatgut mit einer weißen Blüte. Ursprünglich stammt der Drachenkopf aus Zentralasien und siedelte etwa in der Mitte des 16.Jahrhunderts nach Europa um, unter anderem ist er heute in Bulgarien und anderen osteuropäischen Ländern zu finden. 

Die Blüten sind Bienen - und Schmetterlingsfutter, allerdings benötigen die Insekten einen langen Rüssel, um an den Nektar zu kommen. Jede einzelne Blüte produziert am Tag bis zu 0,9mg Nektar mit einem Zuckergehalt von 42%.

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation des blühenden Krauts gewonnen.

 

In der Volksheilkunde wird das getrocknete Kraut bei Leber - und Magenbeschwerden als Tee verwendet. Allerdings schmeckt er zum Beispiel mit Pfefferminze zu gleichen Teilen auch kalt sehr gut. Mit ein wenig Limettensaft oder aromatisierten Eiswürfeln löscht er im Sommer den Durst.

 

Das ätherische Öl hat auf der physischen Ebene eine entzüngshemmende, krampflösende und schmerzstillende Wirkung.  Auf der psychischen Ebene wirkt es beruhigend und stabilisierend.

 

Inhaltsstoffe:

  • Geranylacetat (Monoterpenester)          43,69%
  • Geranial (Monoterpenaldehyd)                 23,58%
  • Neral (Monoterpenaldehyd)                       15,86%
  • Geraniol (Monoterpenalkohol)                    5,50%
  • 6-methyl-5-hepten-2-on (Keton)                1,10%    (verantwortlich für den zitronigen Duft)
  • Linalool (Monoterpenalkohol)                       0,60%
  • ß-Caryophyllene (Sesquiterpen)                  0,60%
  • Germacren D (sesquiterpen)                          0,40%
  • alpha-Copaen (Sesquiterpen)                        0,20%
  • Citronellol (Monoterpenalkohol)                 0,10%

Quelle: WADI

 

Natürlich habe ich mir eine erste Mischung für meinen Riechstift gemacht - einfach zum Wohlfühlen.

  • Drachenkopf                                           5 Trpf. (aus mitgelieferter Pipette)
  • Ginster abs.                                              3 Trpf. (aus mitgelieferter Pipette)
  • Grapefruit extra                                    6 Trpf.
  • Osmanthus abs. 5%                             2 Trpf.
  • Vetiver Bourbon gereift                   1 Trpf.  (vom Spatel)

die Mischung duftet erst nach einem Tag "fertig" und je älter sie wird, desto unwiderstehlicher ist der Duft für mich.

 

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